TOBIAS MORETTI

TOBIAS MORETTI

Jedermann Premiere (20/07/2019)

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orf.at
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Jedermann stirbt stürmisch

Zum 697. Mal ist am Samstagabend „Jedermann“ im Rahmen der Salzburger Festspiele aufgeführt worden. Im dritten Jahr für Regisseur Michael Sturminger konnte dabei die Premiere erstmals auf dem Domplatz gefeiert werden. Eine neue, singende Buhlschaft im Hosenanzug und das Brüderpaar Moretti/Bloeb sorgten für frischen Wind vor der imposanten Kulisse – ebenso wie das Wetter selbst, das zum Schluss kräftig mitmischte.
Das Besondere am Theater ist, dass es vergänglich ist, ein „transitorisches Ereignis“, wie es in jeder Einführung in die Theaterwissenschaft heißt: Keine Aufführung ist wie die andere – auch nicht, wenn dasselbe Stück am selben Ort vom selben Regisseur inszeniert wird. Und ganz besonders nicht, wenn es „Jedermann“ ist, jenes Drama über die Vergänglichkeit, ohne das die Salzburger Festspiele nicht denkbar wären, das seit 99 Jahren aufgeführt wird, aber jedes Mal eben doch ein bisschen anders ist.
„Nachgeschärft“ sollte der „Jedermann“ im dritten Jahr unter Sturmingers Ägide in Salzburg werden – acht Rollen wurden dafür neu besetzt, die der Regisseur nunmehr als „Wunschensemble“ bezeichnet. Was Sturminger wohl nicht selbst bestimmte, aber gelegen kam: Um kurz nach 21.00 Uhr, als die Glocken des Doms den Beginn einläuteten, war der Himmel praktisch wolkenlos – das von Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt für den Domplatz konzipierte Stück hatte unter Sturminger nicht nur das Wunschensemble, sondern auch endlich den passenden Platz für die Premiere gefunden.

Brüderpaar mit Chemie
Gleich nachdem der unverändert überzeugende Peter Lohmeyer als Tod und Spielansager ankündigt, dass das Leben von Jedermann sich dem Ende zuneigt, kommt es zum ersten Aufeinandertreffen von Tobias Morettis Jedermann mit dem von Neuzugang Gregor Bloeb gespielten Gesell. Dass Bloeb Morettis Bruder ist, wird zwar nie direkt erwähnt, sorgt aber für spürbare Chemie zwischen den beiden.Morettis Jedermann kommt heuer ohne Schnurrbart aus und wirkt auch charakterlich verändert, geerdeter und streckenweise auch aggressiver, eben wortwörtlich „nachgeschärft“. Das hängt sicher auch von den neuen Konstellationen ab – so spielt etwa Bloeb den Gesell gewitzt und oft überzeichnet, eine Art, die beim Premierenpublikum gut ankommt.

Buhlschaft hat die Hosen an
Die andere neue Konstellation – und sicher mit am meisten Spannung erwartet – ist jene des Protagonisten mit seiner Buhlschaft, die dieses Jahr von Valery Tscheplanowa gespielt wird. Und tatsächlich: Die Neubesetzung ist sicher die größte Änderung in Sturmingers „Jedermann“, was nicht nur an ihrem Outfit liegt.Als der Vorhang für Tscheplanowa gelüftet wird, geht erst einmal ein Raunen durch das Publikum. Der halbtransparente Hosenanzug für ihren ersten Auftritt ist gleichzeitig Blickfang und Symbol für strotzendes Selbstbewusstsein, das sich auch durch ihr gesamtes Spiel zieht. Unterstrichen wird der Charakter der neuen Buhlschaft durch eine Gesangseinlage gleich bei ihrem ersten Auftritt. All jene, die im 21. Jahrhundert noch immer ernsthaft mangelnde Erotik bei einer Frauenrolle beanstanden, konnten bereits in diesem Moment erleichtert aufatmen.

Alle Augen auf der Buhlschaft
Und trotz des relativ kleinen Parts, den die Buhlschaft im „Jedermann“ spielt, wird ihr wohl vor und hinter der Bühne die meiste Aufmerksamkeit gewidmet. Für ihren zweiten Auftritt erscheint sie in einem roten Abendkleid, das in 400 Arbeitsstunden angefertigt wurde.Was für das Stück jedoch viel wesentlicher ist: Ihr Zusammenspiel mit Moretti. Und das funktioniert am Premierenabend einfach sehr gut, die Szenen, in denen sie sich nahe sind, wirken durchgehend authentisch. Auch dann, wenn es nicht um Zuneigung geht: An einer Stelle packt Moretti Tscheplanowa fest an den Haaren, ein Moment an dem man zusammenzuckt, weil er so von Aggressivität aufgeladen ist.

Teufel trifft „Rocky Horror Show“
Auch die anderen Neubesetzungen lassen vermuten, dass Sturminger tatsächlich bei seinem bevorzugten Ensemble gelandet ist: Der dicke (Bjo?rn Meyer) und der dünne Vetter (Tino Hillebrand) etwa in ihren 70er-Jahre-Anzügen (Kostüm: Renate Martin), die mit dem eigenen „Jedermann“-Versmaß gut zurechtkommen und für zahlreiche Lacher sorgen. Oder der Glaube (Falk Rockstroh), der heuer als Figur mit erhobenerem Zeigefinger auftritt.
Bloeb, in seiner zweiten Rolle als Teufel, setzt seinem Gesell noch eins drauf und spielt die Rolle fast, als entstamme sie der „Rocky Horror Show“ – flauschiges Kostüm mit Schwanz, der von der Hinter- auf die Vorderseite wechseln kann, inklusive. Unverändert glitzernd ist unterdessen Christoph Franken als Mammon, der wohl eine in jeder Hinsicht goldene Rolle gelandet hat. Auch Mavie Hörbiger als Werke überzeugt erneut.

Wetter mischt mit
Bleibt noch der Überraschungsgast des Abends: Denn während kurz vor Sonnenuntergang der Himmel kaum bewölkt war, dürfte sich die Wolkendecke später verdichtet haben. Als der Domplatz tiefrot erstrahlt – auch ohne die Symbolik dahinter zu bewerten sicher der spektakulärste Anblick des Abends (Bühne: Andreas Donhauser) – wird langsam der Wind spürbar, der kurz vor Schluss deutlich auffrischt.
Damit bekommt der sich nähernde Tod des Jedermann eine unfreiwillige Windmaschine spendiert. Das nahende Ende wird dadurch auch spürbar, während dramatischer Wind durch das Haar von Darstellerinnen und Darstellern bläst – ganz so, als hätte der Wind nur auf seinen Einsatz gewartet. Dann legt er richtig los: Ein Notenständer des Orchesters fällt plötzlich runter, der Vorhang – eine Neuerung der Sturminger-Inszenierung – muss von Bühnenarbeitern per Hand festgehalten werden.

Regen zum Schlussapplaus

Dann kommt einmal mehr die Kürze von Sturmingers „Jedermann“ zur Wirkung: Mit den ersten Regentropfen steigt Jedermann die Stiegen hinauf, um sich dem Gericht Gottes zu stellen (einmal mehr spielt das Christentum dabei eine untergeordnete Rolle) – erst dann wird das Tröpfeln zu Regen. Und obwohl einige Zuschauerinnen und Zuschauer nach der rund eindreiviertel Stunden dauernden Aufführung fluchtartig den Domplatz verlassen, trübt das den Schlussapplaus kaum. Stürmisch fällt dieser vor allem für Moretti und Bloeb aus, etwas verhaltener wirkte er für Tscheplanowa, die der Buhlschaft jedoch wirklich ihren eigenen Stempel aufdrücken konnte.

salzburg24.at
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Promi-Auflauf bei Premieren-Feier

Der diesjährige Jedermann feierte am Samstag am Salzburger Domplatz Premiere. Auch das Wetter spielte mit: Als das Publikum zum Schussapplaus nach der Premiere des Festspiel-Jedermannes ansetzte, begann es zu regnen. Nach der Aufführung folgten die obligatorischen Feierlichkeiten mit jeder Menge Prominenz.

Im Vorjahr war Jedermann Tobias Moretti noch mit dem Motorrad zur Premierenfeier gebraust, diesmal ging er es umweltfreundlicher an und kam mit dem E-Bike. Kraft für den obligaten Bieranstich blieb aber immer noch. Mit ein paar gezielten Schlägen und mit tatkräftiger Unterstützung seines Bruders Gregor und seiner Buhlschaft schlug er Punkt Mitternacht das Bierfass an. Und auch hier hat er dazugelernt. Die Schläge passten genau und fast nichts spritzte daneben. „Das Bier hab ich mir aber nach heute sicher verdient“, so der Jedermann, der Sonntagabends mit dem Ensemble bereits die nächste Aufführung angeht.


krone.at
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Hera Lind: „Eine Jederfrau wäre dringend angesagt“
Unter bedrohlich heranziehenden Gewitterwolken ist am Samstag die Premiere von „Jedermann“ über die Bühne gegangen. Der Auftakt der Salzburger Festspiele hatte einige Überraschungen auf Lager: So stöckelte der Tod Peter Lohmeyer in Stöckelschuhen über das Parkett, die „Buhlschaft“ Valerie Tscheplanowa glänzte zeitweise in einem halbtransparenten, weißen Hosenanzug. Obwohl Jedermann Tobias Moretti einen souveränen Auftritt hinlegte, wünschte sich Hera Lind im Interview dennoch eine neue Besetzung der Rolle: „Eine Jederfrau wäre dringend mal angesagt“, so die Bestsellerautorin.

nachrichten.at
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Eine Buhlschaft, die den Jedermann zum Teufel jagtVon Peter Grubmüller  22. Juli 2019 00:04 Uhr

Salzburger Festspiele: Die Premiere auf dem Domplatz wurde zum Naturschauspiel.
Er ist ins Geld, ins Vergnügen, in die Lust vernarrt – aber Demut und vor allem die Liebe hat er versäumt. Das kann man so abgebrüht und im Vorbeigehen hinnehmen wie Tobias Moretti in seinem dritten Sommer als Jedermann. Was 2017 und 2018 wie die einkalkulierten Defizite eines raffinierten Spekulanten gezündet hatte, verlief sich bei der Premiere am Samstag in merkwürdiger Routine. Diesmal entwickelte sich sein Jedermann erst zur Wucht, als ihn Angst und Verzweiflung vor dem Griff des Todes umtreiben
Im gleichfalls dritten Jahr seiner Inszenierung wurde Michael Sturminger erstmals mit einer Premiere auf den Domplatz gelassen. Bisher war er stets vom Regen ins Schauspielhaus verscheucht worden. Und der Regisseur hat seine ursprünglichen Überlegungen noch klarer entwickelt und von Firlefanz befreit. Gut so, weil diese Inszenierung mit Moretti auch das 100-jährige Festspiel-Jubiläum im kommenden Jahr schmücken soll. Erstmals verantwortete Sturminger obendrein das gesamte Ensemble: mit Valery Tscheplanowa als Buhlschaft und Morettis Bruder Gregor Bloéb als Guter Gesell/Teufel an der Spitze von insgesamt acht Neuzugängen.



meinbezirk.at
https://www.meinbezirk.at/salzburg-stadt/c-leute/jedermann-rund-um-tobias-moretti-und-valery-tscheplanowa-begeisterte-bei-premiere_a3528039?fbclid=IwAR2bf_QZNIDzq5xNPfbrcwenTP59-ygSLtRo6dg88PRuH8ViIdxvCtDsOvQ

SALZBURGER FESTSPIELE
Jedermann rund um Tobias Moretti und Valery Tscheplanowa begeisterte bei Premiere

22. Juli 2019, 13:13 Uhr 

Mit der Premiere des "Jedermann" am Domplatz wurden die Salzburger Festspiele eingeläutet.

SALZBURG (red). 
Zwar findet die offizielle Eröffnung erst diese Woche statt – dennoch befindet sich die Mozartstadt spätestens seit der Premiere des "Jedermann" am vergangenen Samstag im Festspiel-Fieber.

Weniger Lampenfieber bei der Buhlschaft
Und dieses Mal war auch der Wettergott dem "Jedermann"-Team rund um Tobias Moretti wohlgesonnen: Genau als das Publikum zum Schlussapplaus zur Premiere des Festspiel-Jedermanns ansetzte, begann es zu regnen. Zuvor zogen zwar immer wieder ein paar Gewitterwolken über die – so Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler – „schönste Theaterbühne der Welt“, aber die 2.500 Premierenbesucher blieben trocken.Und diese Gewitterwolken und ein leises Donnergrollen waren es auch, die der neuen Buhlschaft Valery Tscheplanowa einen großen Teil des Lampenfiebers nahmen. „Gerade diese schaurige Stimmung erzeugte ein besonderes Flair und machte es für mich noch interessanter. Zudem war ein so tolles Publikum, ich war viel weniger nervös als sonst“, so die Buhlschaft. Ebenfalls eine Premiere für Gregor Bloeb, der in der Doppelrolle als Jedermanns "Guter Gesell" und vor allem als "Teufel" glänzte.Brüder auf der Bühne: Tobias Moretti und Gregor Bloeb
„Für mich war das ein riesiger Spaß. Noch dazu, wo ich nach so langer Zeit wieder einmal gemeinsam mit meinem Bruder auf der Bühne stand. Das ist mindestens 20 Jahre her. Nachdem wir uns privat ja oft sehen, war uns das anfangs gar nicht so bewusst“, so der Schauspieler über seinen Bruder Tobias Moretti.Bloebs Ehefrau, die Schauspielerin Nina Proll, drückte ihm natürlich besonders fest die Daumen. „Ich drücke heute natürlich dem Gregor die Daumen, der Tobias hat in den letzten beiden Jahren ohnehin schon bewiesen, dass er es kann. Ich hab aber bereits die Generalprobe gesehen, die zwei passen absolut perfekt zusammen“, erzählte Proll.Premierenfeier im Stieglkeller
Nach der gefeierten Premiere ging es traditionell in den Stieglkeller zur Premierenfeier und zum obligatorischen Bieranstich. Mit ein paar gezielten Schlägen und mit tatkräftiger Unterstützung seines Bruders Gregor und seiner Buhlschaft schlug Moretti Punkt Mitternacht das Bierfass an.

https://www.kleinezeitung.at/kultur/festspiele/5662771/FestspielKritik_Jedermann_Wind-und-Wetter-Tod-und-Teufel?fbclid=IwAR3bwL83BkCvNliu6uDwZ7niqRzxuOMVdLRBQsH2xnEeHTZnLlkPgYLHsNg?

"Jedermann": Wind und Wetter, Tod und Teufel

Der Jahrhundert-"Jedermann" 2020 wird von Michael Sturminger inszeniert.

Wie er allerdings genau aussehen wird, ist noch nicht klar. Denn die Produktion zeigte sich auch in der dritten Saison deutlich verändert. Und das lag nicht nur an der neuen Buhlschaft Valery Tscheplanowa. Die Premiere, mit der das Salzburger Festspiel-Programm am Samstag eröffnet wurde, fand endlich wieder am Domplatz statt.Von Wolfgang Huber-Lang | 09.45 Uhr, 21. Juli 2019

Vier Jahre hintereinander mussten die Premieren wetterbedingt im Großen Festspielhaus stattfinden. Gestern fügten sich dagegen Wind und Wetter so perfekt in das Gesamtbild wie Tod und Teufel. Allen Vorhersagen zum Trotz ließ gegen Hälfte des Abends Wetterleuchten zusätzlich Spannung aufkommen, die Läuterung des Jedermann wurde danach von Windstößen begleitet, zu seinem Todeskuss setzte es gar einen kurzen Regenschauer. Dass der Wettergott die bereits fluchtbereiten Premierenbesucher auch noch trocken aufbrechen ließ, ehe er kurz die Himmelsschleusen öffnete, passt zur gottgefälligen Entwicklung der Inszenierung, mit der Michael Sturminger 2017 demonstrativ profan aufgebrochen war und die sich nun fast schon zu demütig zeigt.Auch Tobias Moretti hat seine Suche noch nicht abgeschlossen. Als grundsätzlich grüblerisch und misanthropisch begann er vor zwei Jahren seine Reise mit dieser Figur, heute sieht Geschäftsmann Jedermann seinen Erfolg ganz nüchtern begründet: Er lässt sein Geld eben am besten arbeiten. Ensemble-Neuzugang Helmut Mooshammer bekommt als armer Nachbar, der sich vor Spielbeginn wie ein Sandler durch die Wartenden drängt und die schick gewandeten Premierengäste irritiert, Jedermanns neue Lust an der Argumentation zu spüren. Selbst wenn er wollte, könne er ihm leider gar nichts vom vielen Geld abgeben, wird ihm vom Ökonomen Jedermann bedauernd beschieden - alles bereits den nächsten Geschäftspartnern versprochen. Und wenn er den Rest seines Vermögens gerecht aufteilen würde, bliebe für jeden genau ein Schein übrig. Überrumpelt steckt der Nachbar die ihm angebotene Banknote ein und zieht ab.Dass der Businessman bei aller ostentativen scheinbaren Gutherzigkeit bald die Nase voll vom "Gestank der Armut" hat, bekommt der Schuldknecht (Michael Masula ist ein weiterer von insgesamt acht Neuzugängen) böse zu spüren. Doch wirklich Lust an der Erniedrigung anderer hat dieser Jedermann nicht, und brutal wird er ein einziges Mal: Als er seine Buhlschaft, die ihn durch einen innigen Kuss zur Besinnung bringen will, an den Haaren grob zurückreißt. Aber da ist er bereits ein anderer. Was ihn schlagartig so verändert, bleibt weiter ein Rätsel. Konnte man im Jahr eins der Inszenierung noch an eine medizinische Diagnose denken (das fahrbare Krankenhausbett ist wichtiges Requisit geblieben), gewinnt das Geheimnis nun an metaphysischer Tiefe.
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